Heute, einem weiteren sonnigen warmen Sonntagmorgen sollte es zum «Gippinger Grien», gehen - nachdem wir kürzlich rund um den Stausee gelaufen sind. Begleitet haben mich Roger und Lars. Um 10 Uhr parkten wir am selben Ort wie letztes Mal und machten uns auf den Weg.
Wie so oft mussten meine beiden Mannen auf mich warten. Während sie gemütlich spazierten und dabei diskutierten, blieb ich ständig stehen, um zu schauen, lauschen und zu fotografieren...
Der Weg schlängelte sich einem Bach entlang, der sich zwischendurch zu einem kleinen Weiher mauserte, um sodann wieder gemütlich durch die Auenlandschaft zu fliessen; eine Auenlandschaft, die im Anschluss an den Stausee durch die immer mal wieder Hochwasser führende Aare geflutet wird. Malerisch, wunderschön! Hier und da ein Blässhuhn, mal begleitet durch das Gezwitscher von Buchfinken und/oder Mönchsgrasmücken.
Es war eine ganz eigene Stimmung. Linker Hand führte der Weg nach links in ein weiteres Stück Natur. Vor uns lag der Weg durch die Weiden, welche knorrig, teils fast quer liegend, unseren Weg säumten. Sie sind es gewohnt, hin und wieder mal nasse Füsse zu bekommen. Am Ende des Wegs öffnete sich der schattige Hohlweg und der nun wieder sonnige Weg führte über einen kleinen Ablauf ab dem rechts liegenden Weiher. In diesem tummelten sich diverse Fische und Singschwäne, Stockentenfamilien und Blässhühner paddelten oder liessen sich gemütlich im Wasser treiben.
Ein paar Meter weiter erreichten wir die Strasse und wandten uns nach rechts, in Richtung «Giriz» und zurück an den Fluss. Wild-Blumen aller Art säumten den Weg, der eine vielbefahrene Hauptstrasse entlang führte - leider auch jede Menge Abfall; man glaubt es nicht!
Knapp 10 Minuten später führte uns der Uferweg dem Fluss entlang mit Sicht auf die Brücke, woher wir kamen und wohin wir wieder zurückkehren wollten. Es war eine völlig andere Vegetation. Links von uns standen einige Häuser, mehr oder wenige lauschig. Rechts floss gemächlich die Aare.
Sogar ein Hotel mit eigener Anlegestelle gab es hier. Offenbar war hier ein Bahnhof in der Nähe. Und schon bald erreichten wir die Brücke zum anderen Ufer. Nebenbei konnten wir noch Höckerschwäne beobachten, die sich ein Spiel daraus machten, sich im Fluss treiben zu lassen.
Kurz vor der Brücke informierte der Wegweiser von Pro Natura über den Klingnauer Stausee und die Lage der kleineren Auen-Naturschutzgebiete; spannend. Auch die Brücke selber ist ein erstaunliches Bauwerk. Unglaublich, dass die unzähligen Nieten das Ganze seit über einem Jahrhundert (glaube ich) zusammenhalten.
Wenige Minuten später fanden wir uns auf der anderen Uferseite wieder und spazierten in Richtung Giriz. Der Weg war jetzt wieder feuchter, da wenig Sonne durchs Blätterdach dringen konnte. Rechts im Schilf hörte man einen Rohrsänger, irgendwo noch ein Blässhuhn und weitere, die ich (noch) nicht kenne. Die Vegetation besteht mehrheitlich aus div. Schilfarten und auch hier waren die Bäume wohl immer mal wieder unter Wasser; zumindest ihre Füsse :-)
So spazierten wir eine ganze Weile, rechts von uns Naturschutzgebiet, links von uns - nicht sicht- aber hörbar, die Hauptstrasse von und nach Koblenz. Auf jener war ich schon im November 2020 mit dem Velo unterwegs von Koblenz nach Brugg und zurück.
Nach etwa 15 Minuten Spazierweg erreichten wir Klingnauer Giriz - so sagte das Schild eingangs eines Waldwegs. Noch ein kurzes Stück durch den Wald und schon standen wir wieder am Fluss, wo wir an einem Seitenarm auch das Bootshaus eines Ruderclubs mitsamt einigen Weidlings sahen.
Die Uhr zeigte kurz vor halb zwölf, Zeit für eine kurze Apfelpause an diesem schönen Ort. Wir waren jetzt auf der Höhe Leuggern-Felsenau und genossen einen Blick auf die vielfältige Flora und Fauna; letztere mittels Feldstecher auf die andere Flussseite. Dort stand im Baumschatten ein Graureiher, eine Brandgans und sonst noch was sassen auf der steinigen Insel nahe eines Seitenarms.
Der kiesige Weg führte an einer weiteren Brücke vorbei, für die Eisenbahn, gesäumt von Wildblumen aller Art, von rotem Mohn, über alle Arten von Nelken, Seifenkraut bis zu Glockenblumen und Steinklee. Es war einfach wunderschön! In der Ferne war schon das Stauwehr zu sehen, über welches wir dann zurück zum Auto spazierten. Um kurz vor zwölf standen wir bereits wieder beim Auto - und heimwärts gings nach einem superschönen gemütlichen Spaziergang durch die Natur!



























