Heute war es wie angesagt ziemlich nasses Wetter. Der Nebel hing tief über Liestal; also eigentlich super Wetter, um mich in meine Vogelkunde-Unterlagen zu vertiefen. Bei dem Licht wäre wohl nicht viel zu sehen. Ich war wieder richtig motiviert und vertiefte mich in die Unterlagen. Vor mir der Laptop und neben mir das Buch. Es lief gut und ich konnte mir vieles (wieder) einprägen und meine Notizen ergänzen. Am Donnerstag, 13. November hatten wir ja bereits den nächsten Theorieabend.
Und wie schon so oft. Als ich mal kurz aufschaute, warf das Licht draussen im Garten tatsächlich Schatten, sprich: Die Sonne musste sich durchgesetzt haben, wie lange auch immer das dauern mochte. Mich zog es nach draussen, schwupps in die Klamotten und raus. Ich brauchte natürlich wieder gefühlt eeewig, bis zur Mästenhöhe, denn unterwegs waren wieder allerlei Meisen und Gartenbaumläufer unterwegs - trotz noch etwas diesiger Stimmung. Oben blieb ich auf der Lichtung ein paar Minuten stehen und schon flog rechts von mir ein Grünspecht von einem toten Baum zu einem weiter weg stehenden hohen Baum. Klar, ich war ihm doch zu nahe. Noch war das Licht nicht so optimal, um seine ganze Farbenpracht geniessen zu können. Zudem versteckte er sich hinter dem Stamm, doof sind sie ja nicht, die Piepmätze. Während ich da noch mit dem Fernglas suchte, flog unbemerkt ein Mittelspecht an den Stamm und suchte emsig nach Futter. Nun denn, auch gut. So konnte ich diesen genau studieren, um sicherzugehen, dass es wirklich einer war. Und das Beste: Nach ein paar Minuten setzte sich die Sonne durch und zugleich kletterte am Nachbarstamm desselben Baums der Grünspecht wunderschön sichtbar im schönsten Licht den Stamm hinauf. So ein Glück! Wie schon Kalle immer sagt: Rausgehen lohnt sich immer!
Ich genoss die Stimmung noch eine Weile, dann zog ich weiter. Oben bei den Feuerstellen waren wie eigentlich immer Kleiber, Buchfink, Amsel, Buntspecht und Gartenbaumläufer zu sehen - oder zumindest zu hören. Und weiter gings. Irgendwo waren noch Goldammer und vlt. sogar Kernbeisser zu hören. Sehen konnte ich sie nicht. Ich wollte die gewohnte Runde bis zum Jesuskreuz spazieren. Ich nahm dieses Mal die Strasse in Richtung Hundesport. Jetzt war sie mit voller Kraft da, die Sonne. Was für eine Mega-Stimmung! Das Wolkenspiel, die Bäume und Wiesen noch im Regenglitzer und die Sonnenstrahlen... Ein Turmfalke sass auf einem der jungen Bäume, mochte aber nicht warten, bis ich vorbei war - und schwupps ab übers Feld. Irgendwo weiter hinten segelte noch ein Rotmilan. Nach dem Hundesport folgte ich der Strasse, den Wiesenweg würde ich auf dem Rückweg nehmen.
Hinter dem Wald blieb ich noch kurz stehen und bald kam ein kleiner Trupp Stieglitze angeflogen. Kaum zu sehen, so weit weg waren sie im Brachenfeld zwischen den Wilden Karden. Aber man konnte sie trotzdem noch sehen, wie sie da flink durch die verblühten Samenstände huschten und die Samen rauspickten. Und zugleich zog das Turmfalken-Männchen auf der anderen Seite der Strasse seine Runden. Ab und an hörte man den Mäusebussard hinter den Bäumen im Tal nahe Nuglar rufen. Aber ich wollte ja bis zum Jesuskreuz laufen. Unterwegs hörte ich wieder den Buntspecht, ein paar Eichelhäher zetterten in den Bäumen. Nach einer kurzen Pause lief ich den unteren Weg oberhalb des Fisch-Weihers in Richtung Curry-Haus. Unten am Weiher des Bachbrunnentals bog ich ab in den Weg, welcher hinauf zur Weide führte. Irgendwo im Gebüsch trällerte ein Rotkehlchen; die sind momenten wieder sehr präsent - wohl die Zuzüger aus dem hohen Norden. Dort wiederum gings nach rechts zwischen den Weiden entlang bis zurück zum Wald. Es war eine super Stimmung. Ich suchte mir den Weg zwischen den Wildschweinspuren und über das nass-rutschige Laub. Die Gimpel liessen sich leider nicht blicken, schade.
Schon bald war ich wieder vorne beim Sichternhof. Ein Stück weiter gings wieder ins Feld - ich wollte den Weg über die Mästen nehmen, blieb aber zuerst an der Abbiegung stehen. Denn ganz nah am Waldrand war ein Gewusel. Was es wohl waren? Es waren Goldammern und Buchfinken. Die Goldammern waren im 10-15 cm hohen Gras kaum zu sehen, wie sie da zwischen den Halmen rumspazieren und nach Samen pickten. Ich war mir zuerst nicht sicher, ob es welche waren oder nicht doch Erlenzeisige/Girlitze. Da muss ich noch üben. Zuhause aber schaute ich im Buch nach. Es waren Goldammern gewesen.
Ich lief dann den Weg entlang und zurück über den Mästenweg, vorbei an den Feuerstellen und runter bis kurz oberhalb des Waldrand. Schön war er gewesen, der Spaziergang zwischen Nebel und strahlendem Sonnenschein.



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