Schon morgens auf der FOK-Exkursion war es wunderbar warm - eigentlich zu mild für Mitte November. Als ich mittags um kurz nach 12 heimkehrte, kamen auch schon bald Roger und Lars vom Einkaufen zurück; und mit ihnen auch Svenja. Sie wollte am Nachmittag spazieren gehen, sofern das Wetter halte. Ok, dann erst mal ne kurze Pause, dann fuhren wir los. Heute mal woanders spazieren gehen; zur alten Eiche zwischen Arisdorf und Lausen.
Wir parkten beim Parkplatz, wo es auch zum Wasserturm hinauf ging. Wir aber nahmen den anderen Weg, eben zur besagten Eiche. Weil wegen Holzschlag abgesperrt waren, folgten wir zuerst der Strasse und bogen bald ab auf den breiten Forstweg, wo es nach wenigen Metern auf den schmaleren, steilen Waldweg ging, der rund um den Hügel führte. Schon bald waren wir auf der Höhe, wo wir ungewohnt freien Blick hatten auf die umliegenden Hügel. Ich werde es nie verstehen. Dort, wo es eh schon licht war, hatte man sämtliche Buchen gefällt, die einen Durchmesser von max. 50 cm hatten. Es stehen nur noch dünne Bäumchen und ein paar ganz wenige alte Bäume mit Efeu. So viele Bäume, die nun nicht mehr altern können und wieder Habitatsverlust für die Vögel und alle weiteren Tiere, die auf und um sie rum Nist-. Versteck- und Nahrungsmöglichkeiten fänden.
Wenn man bedenkt, dass die "Wegbereiter" alte, dicke Bäume bräuchten, um ihre Nisthöhlen zu bauen, die danach wieder vielen weiteren Tieren wie Singvögeln, Eulen bis hin zu Eichhörnchen, Siebenschläfern und sonstigen Nagern Schutz bieten würden - ist es mir einfach unbegreiflich. Naja, aber deswegen waren wir ja heute nicht hier. Wir liefen den Weg weiter, runter zur Waldstrasse, die nach rechts zur Lausener Waldhütte und später bis nach Lausen runter führt, querten diese und stiegen den Hang hinauf. Wir stapften durch knöcheltiefes Laub und genossen das Rauschen, das wir verursachten. Die Tiere störte das sicher nicht sonderlich.
Oben auf der Höhe machten wir bei einer Grillstelle eine erste Pause und genossen die Stille. Nur ganz leise war das Nieseln des einsetzenden leichten Regens auf die Blätter zu hören. Aber es hörte zum Glück bald wieder auf. Wir aber lauschten auch den paar Vögeln, die hoch oben in den nun blattlosen Ästen nach allerlei Fressbarem pickten. Schon bald liefen wir weiter - ein paar einsamen Bikern begegnend.
Dem Waldrand entlang erreichten wir nach 5 Minuten "unseren" ehemaligen Grillplatz und die Schatz-Eiche. Ehemalig deswegen, weil offenbar vor Jahren Pro Natura hier ein Schutzgebiet errichtete. Zum Sitzen und Geniessen erlaubt, aber eben das Gebiet "Waidli" sei wegen seiner besonderen Lage und Geologie sehr gut geeignet für Orchideen und weitere seltene Pflanzen. Der Boden, Ettinger Mergel, entspreche dem vom Schutzgebiet "Chilpen" bei Diegten und man erhofft sich, dass sich hier auch so zahlreiche Orchideen ansiedeln und hoffentlich auch sonstige weitere Pflanzen und Tiere.
Spannend. So sassen wir und lauschten dem Gezetter der Eichelhäher-Truppe, hörten von weitem einen Grünspecht und oben an uns die Meisen. Es war wirklich ein besonderer Moment. Wir hatten eine super Aussicht auf die diversen Hügelketten, ob die ganz hinten wohl Jura-Ausläufer waren?
Wie auch immer, der Himmel wurde langsam bedeckter und wir wollten noch rechtzeitig vor dem erwartenden Regen zuhause sein. Also los zu Auto, wo wir eine kurze Spazierganglänge später ankamen. Noch schnell die Champignons fürs Abendessen einkaufen. Schön war er, unser Nostalgie-Spaziergang.


Kommentar schreiben