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Orni-Spaziergang in silber-grau


Heute Morgen war ich etwas spät unterwegs, weils anfangs doch sehr kalt war und zudem die Wettervorhersage nicht wirklich Sonne versprach. Dann aber sagte ich mir, "ach was, irgendwas werde ich schon sehen...". So zog ich gemütlich um 9 Uhr los, gut eingepackt und mit dem Feldstecher. Schon auf den ersten Metern im Wald sah ich sie schon, die ersten Arten. Nebst Blau- und Kohlmeise hüpften ein paar Schwanzmeisen umher, kletterte ein Gartenbaumläufer den Stamm hinaus und rief irgendwo weit weg ein Buntspecht. Die Amseln waren noch verhältnismässig ruhig. Schon bald, als ich grad so schön am Beobachten war, kam der erste Hundegassi-Gänger mit Kleinkind. Aber die waren zum Glück so langsam und nahmen dann auch eine andere Abzweigung. So war ich dann wieder ungestört. Knapp 200 Meter weiter schon sah ich Wintergoldhähnchen und sehr nah einen Schwarzspecht. Die Eichelhäher und weitere Amseln wie auch eine Rabenkrähe sah ich dann erst oben beim Grillplatz an der Sichtern.

Dort waren ein weiterer Buntspecht und ein Kleiber unterwegs. Und auf einem Baum in der Nähe ganz oben sass ein Turmfalke und frass seine soeben gefangene Maus.

 

Ich wählte den Weg parallel zur Strasse in Richtung Schiessplatz. Ich sah zwar nichts mehr, hörte allerdings eine Sing- oder Misteldrossel singen; wohl eher eine Misteldrossel um diese Jahreszeit (muss das mal nachschlagen). Wieder zurück an der Strasse sichtete ich bald den Mäusebussarf auf seinem üblichen Sitzplatz im alten Nussbaum in der Hecke. Und als er sich ein paar Minuten später rufend auf den Weg machte, flog ein Schwarm Goldammern (glaube ich - ich konnte es nicht gut sehen bei diesem trüben Licht) in die Heckensträucher. Aufgrund ihres Gezwitscher tippe ich auf diese Art. Und schon bald sah ich in der Ferne 5 Milane vorbei ziehen. Auch die im Licht nicht wirklich gut zu erkennen bzw. zu unterscheiden. Alle hatten sie die typische Einkerbung, aber irgendwie kamen mir mindestens 2 davon eher vor wie Schwarzmilane - aufgrund ihres insgesamt doch eher kompakten Körperbildes - und aufgrund des eher wieherndes Rufes des einen.

 

Da ich nun schon lange unterwegs war und inzwischen es einerseits immer noch genauso grau-trüb war und ich langsam kalt bekam, bog ich im Wald ab. Mal sehen, ob irgendwo an bekannter Stelle Zaunkönige und/oder Gimpel sehen würde. Kleiber waren überall zu hören, Gartenbaumläufer auch und ab und an die feinen Rufe von Wintergoldhähnchen. Auf der Strasse nach dem Hundesport zwischen den Feldern war nichts Neues zu sehen, ausser einem Buntspecht, ein Eichelhäher, ein paar Amseln und zwei Rabenkrähen. In der Ferne am anderen Waldrand rief ein einzelner Schwarzspecht seinen Sitzruf.

 

Nach dem Sichternhof bog ich ab auf den Waldweg, weil ich keine Lust hatte, weiter die Strasse entlang zu laufen. Wer weiss, vielleicht würde ich auf dem restlichen Weg noch was sehen. Und tatsächlich, als ich beim Grillplatz einen Moment einfach so wartete, entdeckte ich tatsächlich einen Zaunkönig, dem ich eine ganze Weile beim Insektensuchen zuschauen konnte. Währenddessen wetzten die Kohl- und Blaumeisen zwischen den Sträuchern hin und her, während die Amseln im Efeu am nahen Baum Efeu-Beeren suchten.

 

So lief ich nun den Rest des Weges, auf dem ich ganz zum Schluss noch den Kleiber rufen hörte und den Gimpel doch noch - irgendwo in einem Baum ganz in der Nähe - und zwei Buchfinken als Abschluss.

 

Wenn auch die Sonne sich nicht blicken liess, war es doch ein angenehmer und auch lehrreicher Spaziergang gewesen.



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