Nach mehreren Tagen des Regens und grau-in-grau spazierte ich morgens wie gewohnt den Vögeln nach. Es war eine schöne Stimmung, leicht bewölkt. Danach ging ich beschwingt und mit Energie nachhause, mit dem Plan, mich heute der Vogelwelt bzw. dem Lernen zu widmen. Am Nachmittag besserte sich das Wetter zusehends, die Sonne schien und lockte, ins Freie zu gehen. Um etwa 13.30 Uhr kam Lars und meinte, wir könnten doch ein wenig biken gehen. OK, wieso nicht? So ne kurze Runde zur Eule und zurück wäre sicher cool.
So machten wir uns auf den Weg, zunächst auf dem Waldweg zur Sichtern hoch. Schon bald erreichten wir den Wald und dahinter die Weide. Und weiter gings nach Nuglar. Und wie schon gedacht wollte Lars nicht auf der Strasse runter zur Eule, sondern über durch Nuglar hindurch über den steilen Schotterhang runter. Ohje, war nicht mein Plan, aber werde ich wohl hinbekommen, ohne runterzurutschen. Gesagt, getan - schon bald war der steile Hang überwinden und wir rollten entspannt dem Talboden entgegen. Unten angekommen sahen wir natürlich nix, denn das Nest zu entdecken war wirklich schwierig ohne Spektiv. Egal. Wir stand so in der warmen Sonne und Lars meinte, wir könnten doch auf die andere Talseite hoch zu dem überdachten Aussichtspunkt bei Seltisberg.
Und ich meinte, dass ihm schon bewusst sei, wie steil das werden würde. Ach was, so steil sei das nicht, dass sei er mit Papi auch schon mal gefahren. Ich entgegegnete bloss, jaaaaa, wohl auf einer Eurer Spezialtouren, gell?! Aber naja, es war kurz nach 15 Uhr und die Sonne würde noch ne Weile scheinen. Umkehren kann man ja immer. So starteten wir wieder und zogen Richtung Seltisberg. Zu Beginn war noch Strasse und bald kam der erste Abzweige auf einen Waldweg, der gemütlich zwischen Wald und Talstrasse entlang führte. Coole Stimmung, es ging leicht auf und ab. Irgendwann dann führte der Weg zu einer Strasse, hinüber und dann gings wieder bergauf. Rückwirkend weiss ich nicht mehr alles im Detail, bloss, dass es bald mal wieder steil hochging. Der Mergelweg war durchwegs nass, aber noch gut fahrbar. An einigen Stellen war auf der Talseite auch hier massiv geholzt worden; schade. Irgendwann kamen wir wieder auf ein Stück Strasse, die wir querten und dann auf den "Wildschwein"Pfad einbogen. Ich solle einfach weiterstrampeln, auch wenns ziemlich matschig würde. Gesagt, getan. Es war schon mühsam, durch den Erde-Laub-Matsch durchzuradeln. Nach gefühlt 100 Metern war der Acker erreicht. Dort allerdings war kein Weg mehr - wie Lars erwartet hatte - sondern der Acker bis zur Zaunkante gepflügt. Ich stieg ab und schob mein Rad bis zum Feldweg bzw. der Mergelstrasse. Unnötig zu erwähnen, dass auch hier alles ziemlich nass war. Mit dem Rutschen gings noch, weil wir ja griffige Räder hatten.
Wir waren inzwischen an Lupsingen vorbei und radelten in grober Richtung Seewen. Bald bogen wir auf einen weiteren Feldweg, der wirklich zieeemlich matschig und mit tiefen Rinnen durchzogen war. Aber egal: Die Stimmung war mega, man hatte Sicht auf Nuglar, St. Pantaleon und Büren. Allerdings wollte Lars oben auf der Ebene nicht nach rechts abbiegen, sonden den Bogen nach links weiterfahren. Der führte weiterhin bergan. Lars wollte den Weg "abfahren", den er damals mit Roger genommen hatte. Allerdings war der damals natürlich bei weitem nicht so sumpfig wie heute - im Winter, nach ein paar Tagen Regen und doch noch einigermassen kalt. Ich schob mein Rad ne Weile, weil ich ein wenig Pause brauchte. Danach stieg ich wieder auf und kam bis kurz vor einen Steilhang, wo ich abermals kurz schob. Kein Problem: Lars wartete weiter oben geduldig. Dann wurde es wieder schön zu fahren, noch ein kleiner Anstieg und wir rollten zwischen Feldern in der Sonne Seewen entgegen. Dort gabs ne kleine Konfusion, weil er zuerst den Weg nicht fand, den er damals mit Roger gefahren hatte. Und die Strasse direkt nach Büren wollte er nicht nehmen. Nach ein paar Minuten fanden wir dann den Einstieg, machten bei einem Rastplatz kurz Pause - und klar: Ich hatte natürlich nix zu Trinken dabei, weil ich ja bloss mit einer halben Stunde Radeln gerechnet hatte. Ich hätte es besser wissen müssen. Aber war nicht so schlimm. Ein Riegel, ein paar Darvida und weiter gings. Eine Spaziergängerin hatte inzwischen Lars bestätigt, dass der Weg weiter hinten in einen Wald münden würde, der uns direkt nach Büren führen sollte.
So zogen wir wieder los und schon bald fuhren wir wieder zwischen Weiden dahin, bogen in den Forstweg ein, der steil nach unten, dann wieder hoch - irgendwann mit Schnee bedeckt - führen sollte und kamen nach etwa 15 Minuten in Büren an. Er meinte noch, man könnte auch einen weiteren Bogen machen, aber das wäre dann ein krasser Mountainbike-Weg mit Hike-Passagen und das wolle er mir nicht zumuten. Das wäre technisch und kräftemässig zu heftig.
Wir stiegen wieder auf, fuhren die paar sanften Kurven ins Dorf hinein, um schon kurz darauf nach links abzubiegen und den nächsten steilen Anstieg in Angriff zu nehmen. Als wir den letzten Anstieg erreichten, wo die Strasse in den Feldweg mündete, schob ich abermals. Oben wartete Lars und zusammen liessen wir es ausrollen, um schon bald St. Pantaleon zu erreichen. Vorbei an der Bank bei den Trauerschnäpper-Kirschbaumwiesen und schon waren wir mitten in Nuglar. Dort auf den altbekannten Weg Richtung Jesus-Kreuz, Weiher und bald fuhren wir am Schiessplatz vorbei und düsten über die "Mästen" in den Wald, den letzten kurzen Laubhang hinunter und schon standen wir vor der Garage.
Unsere Räder waren dermassen verschlammt und dreckig, dass wir sie draussen stehen liessen. Geputzt habe ich dann eine Woche später, zusammen mit Roger, der zugleich auch sein eigenes Bike reinigte.
Es war eine einigermassen anstrengende, aber supercoole Tour, die ich sehr genossen hatte. Es tut schon gut, ab und an aus der Komfortzone rauszugehen und etwas Neues zu wagen, auch wenn es für manche wohl nichts Besonderes ist. Für mich wars ein cooles Erlebnis, dass mit viel Spass gemacht hatte. Knapp 26 km in drei Stunden schönster Wintersonne. Danke Lars!






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