Heute trafen wir uns um 6 Uhr zur Generalprobe in Gebiet Känelmatt in Therwil. Als kleines 4-er Grüppchen zogen wir los. Karin, in Therwil zuhause, führte uns durch die Felder und zeigte uns ein paar bekannte und auch unbekannte Ecken nochmals. Das war gut so; sollten wir am 30. Mai erkennen. Denn durch ein Waldstück, welches wir bisher noch nie gelaufen waren, zogen wir tatsächlich im Rahmen der FOK-Prüfung. Allerdings riefen und sangen da so viele Vögel, dass wir an der Prüfung bloss 1 zu bestimmen bekamen. Zurück zu unserer Generalprobe. Den Girlitz sahen wir schon am Start. Haussperling und Stare folgten bald. Auch die Saat- und Rabenkrähen wie auch eine Elster zeigten sich bald. Zu den Dorngrasmücken und den Schwarzkehlchen würden wir erst zum Schluss gehen. Die kannten wir ja bereits bestens.
Auf dem Weg zur Anhöhe sahen wir die ersten Gartenrotschwanz-Pärchen - und sogar ein Nest, quasi direkt vor unserer Nase. Was für ein Highlight. Wir wollten sie natürlich nicht lange stören und zogen weiter. Als nächstes konnten wir fütternde Stare beobachten und einen Buntspecht, der von den Staren energisch vertrieben wurde. Ganz oben beim Bauernhof sichteten wir eine Truppe Grünfinken und auf einem nahen Baum auch ein paar Stieglitze. So spazierten wir gemütlich weiter zu den Reben. Dort entdeckten wir weitere Gartenrotschwänze und hörten von weitem den Grünspecht.
Und das Highlight des Tages folgte kurz darauf. Als wir noch dastanden und überlegten, ob wir den Grünspecht noch sehen würden - oder gar die Zaunammer - flog am Waldrand tatsächlich ein Pirolmännchen auf. Was für ein Glücksmoment! Er drehte eine kurze Runde und flog wieder zurück auf die Eiche, von der er kam. Und er tat uns tatsächlich den Gefallen und blieb eine ganze Weile auf einem Ast sitzen, der aus dem Blattwerk herausragte. So genial! Wir standen und staunten. Er hüpfte dann noch ein, zwei Äste weiter, immer noch schön in Sichtweite. So ging das mindestens eine Viertelstunde. Dann verschwand er wieder im Blätterwald. Wir indessen zogen weiter. Bald standen wir beim Baum, wo die Zaunammer sein müsste - und tatsächlich: Mithilfe eines anderen Grüppchen, das auch unterwegs war, fanden wir sie. So cool! Dann wurde es lustig. Wir erreichten ein Brombeergebüsch, wo ich ein paar Tage zuvor einen "Spötter" gehört hatte. Eigentlich unmöglich, aber die App gab mir an, es sei ein Teichrohrsänger, der da leise im Versteckten vor sich hinzwitscherte. Möglich wäre es ja, denn auf der anderen Seite in der Senke war ein Weiher mit Röhricht. Seltsam war es trotzdem.
Heute standen wir also wieder an der Stelle und tatsächlich: Zuerst zwitscherte es gemächlich und ohne grosse Variablen. Dann aber fing der Vogel an, in allen möglichen unterschiedlichen Elementen/Strophen zu singen. Wir waren ganz baff. Bei einer anderen Kollegin gab die App "Gelbspötter" an, Karin meinte, vlt. auch ein Orpheusspötter... Wir werden es wohl nie erfahren, zumindest heute nicht, denn leider flog der Virtuose bald unterkannt weiter und konnten ihn weder finden noch mit dem Handy seinen Gesang aufnehmen. Naja, sie weiss ja jetzt, wo suchen bei einem der nächsten Spaziergänge. Wir liefen nun weiter und nach einem kleinen Bogen liefen oberhalb der Reben wieder zum Hof auf der Anhöhe zurück. Wer weiss, vielleicht würden wir im Dornengebüsch noch den Neuntöter sehen. Wir wussten zumindest, dass in der Gegend ein Pärchen nistete. Und tatsächlich: Bald entdeckten wir das Männchen, welches eine Weile auf dem Gebüsch Ausschau nach Insekten hielt und immer mal wieder einen Raubzug auf seine Beute machte. Cool!
Wir zogen weiter und beim Hof oben bogen wir in den Wald ein. Dort gab es Buntspecht, Buchfink, Gartenbaumläufer, Ringeltaube und Rotkehlchen zu hören. Wieder draussen sahen wir noch Rauchschwalben und Sperlinge, welche, konnten wir auf die Schnelle nicht bestimmen. Zum Schluss noch ein Abstecher zu den Dorngrasmücken und den Schwarzkehlchen. Auf dem Weg dahin sahen wir noch einen Rot- und sogar einen Schwarzmilan kreisen. Den Weissstorch sahen wir heute nicht. War aber auch nicht schlimm. Ach ja, den Turmfalken hörten wir bloss, sehen konnten wir ihn nicht. So gewappnet konnten wir einigermassen entspannt der morgigen Prüfung entgegen sehen.




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