Heute früh wollte ich mal mit dem Rad losziehen. Ich wusste zwar, dass der NV Bubendorf eine Exkursion machte, aber ich wusste nicht, ob man da einfach so mitlaufen konnte. So entschied ich mich nach einem kurzen Blick in ornitho.ch, zur Ergolzmündung in Augst zu radeln. Es war noch früh, 7 Uhr, und kaum jemand unterwegs. Was das herrlich, noch etwas frisch, aber sehr angenehm zu fahren. Schon auf den ersten Metern kreuzten die ersten Stieglitze meinen Weg, wie schön! Ich radelte gemütlich an der Ergolz entlang, in den Büschen zwitscherten die Mönchsgrasmücken - und möglicherweise sogar Dorngrasmücken; da war ich mir aber nicht sicher. Elstern hüpften auf dem Radweg rum, Amseln zetterten im Gebüsch.
Schon bald war ich am Ziel, bei der Brutwand der Eisvögel. Da sass er, der Eisvogelvater auf seiner Warte, einem dicken Ast über den gemächlich dahin fliessenden Fluss. Ich schaute ihm eine Weile zu, sah einen Kormoran hochfliegen und irgendwo in der Nähe einen Schwarzmilan rufen. Cool. Neben mir fütterte ein Amselpapa mitten auf dem Spazierweg seinen Nachwuchs. War ja auch gefahrlos, da nur ich da war. Ich nahm meinen Rucksack wieder auf und schob das Rad weiter. Schon bald fand ich die Stelle, wo ich freien Blick auf einen mehr oder weniger abgestorbenen Baum hatte, unterwegs flog noch ein zweiter Eisvogel auf. Hoch oben in den Ästen war das Nest. Ich schaute zuerst eine Weile dem einen Vogel zu, bis bald ein zweiter kam. So wie es aussah, war es der Zweitvogel des Paars, der direkt ins Nest flog und möglicherweise Nahrung verteilte. Ich konnte keine Jungen sehen, darum war ich mir nicht sicher, ob das Futter jetzt verteilt wurde oder der Vogel es selber ass.
Unten im Schilf sang laut und unentwegt der Teichrohrsänger und irgendwo hinter mir im Gebüsch ebenso laut der Zaunkönig. Seine Art hatte ich auf dem Radweg schon mehrfach gehört, wie auch den Eisvogel, der die ganze Ergolz entlang sein Jagdrevier hat. Da ich den Vogel nicht ausfindig machen konnte, zog ich weiter. Bei der Brücke sah ich ein Blässhuhnpaar, ein Schwanzenpaar mit Jungen, den Grünfink hörte ich bloss. Ein Stockentenpaar schwamm in der Schleuse, die ich etwas später überquerte. Auf dem Weg zur nächstgrösseren Bucht, das erste Vogelschutzgebiet, blieb ich eine Weile stehen, weil ich sehen wollte, wessen Nachwuchs sich da tummelte. Könnten junge Stare sein, der Haltung und dem Schnabel nach. Waren es auch, aber nicht nur. Es waren tatsächlich auch ein paar Wacholderdrossel auf dem Baum. Leider konnte ich im Gegenlicht/Bewölkung nicht genau sehen, ob das eine oder andere auch ein Jungtier war. Aber wie auch immer: Kurz darauf sah ich mehrere Wacholderdrosseln in der vorrückenden Sonne in einen anderen Baum fliegen; gefolgt von einem kleinen Trupp Stieglitze, die sich emsig schwatzend auf selbigem niederliessen. Wie cool war das denn?!
Aber ich wollte ja eigentlich noch Enten und Gänse aller Art sehen. Auf dem Wasser der ersten Bucht waren vor allem eine ganze Anzahl von Schwänen zu sehen. Ich musste also zur hinteren Bucht weiter. Gesagt, getan, bloss: Die Zufahrtsstrasse zu jener Bucht war gesperrt, weil sie offenbar die Bundesstrase XY am Sanieren waren. So ein Pech. Ich hatte keine Lust, irgendwie zu versuchen, an das Gebiet ranzukommen und da einen gröberen Umweg zu machen. So kehrte ich halt um und fuhr gemütlich radelnd wieder nach Hause. Schön war es trotzdem und ich konnte "testen", wie es sich anfühlte, das Fernglas in den Rücksack zu nehmen. Das ging ganz gut, so dass ich wohl in den Ferien meinen neuen Velo-Rucksack mitnehmen werde. Immer vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Ich habe nämlich gestern bereits geplant, wie ich meine Etappen ab Yverdon - Ins - Aarberg - Klingnauer Stausee - ... einteilen möchte. Geplant ist ja täglich +/- 55 Km mit dem Besuch diverser Naturschutzgebiete. Mal sehen. Wenn die Voraussagen allerdings bereits mit 24/7 Regen aufwarten, würde ich mich auf Tagesausflüge oder 2-Tagesausflüge verlegen.


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