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Kurzferien Gampelen, Tag 3


Heute wollte ich ja früh los, so um 5. Es wurde dann doch viertel vor 6. Macht nix. Es waren herrlich kühle 20 Grad, wunderbar zum Radeln. Nach knapp 20 Minuten war ich am Ziel. Ich beschloss, mein Rad mitzunehmen bis zum Hide (morgen werde ich es wohl beim Birdlife-Zentrum lassen). Ich fuhr die ersten 200 Meter den Kanal entlang. Danach lief ich.

 

Schon kamen die Kormoran-Bäume mit ihren zahllosen Bewohnern in Sicht. Ich blieb kurz stehen und suchte zuerst die Bäume, danach den darunter liegenden Weiher ab. Und ich staunte nicht schlecht. Auf einem aus dem Wasser ragenden Baumgerippe sass ein Nachtreiher! Noch nie zuvor hatte ich einen in Natur gesehen. Als ich noch damit beschäftigt war, ihn besser zu sehen, kam ein zweiter dazu. Dieser schien mir älter zu sein, da besser ausgefärbt. Ob ich wohl ein Foto machen könnte? Ich schaffte es, leider etwas unscharf. Also ein zweiter Versuch. Ups, was war denn das!? Da rannte doch grad eine kleine Rotte Wildschweine mit Jungen durchs Bild! Wie cool war das denn? Ich schaute danach nochmals hin und sah erst dann, dass da auch noch zwei Eisvögel sassen. Einer war sogar dabei, sich einen Fisch zu holen, leider erfolglos; so schien es mir. Das frühe Aufstehen hatte sich bereits mehr als gelohnt.

 

Und weiter gings. Schon bald kreuzte ein Neuntöter den Weg und setzte sich auf einen Pfosten ganz in der Nähe. Wie schön im Morgenlicht. Über dem Kanal neben mir flogen mehrere Wildgänse vorüber, ein Höckerschwan liess sich gemächlich treiben. Ich spazierte weiter, begleitet vom Grummeln der Kormorane und dem Gezwitscher von Stieglitz, Grünfink und Kohlmeise. Die Stare waren natürlich auch wieder in grossen Schwärmen unterwegs. Beim Hide stieg ich hoch und war gespannt, was ich sehen würde...Zuerst mal eine Menge Höckerschwäne, Kolben- und Stockenten. Von Weitem waren ein Rohrschwirl und Blässgänse zu hören. Ab und zu liess sich einer der Graureiher hören. Die Raben- und Saatkrähen waren eh überall. Nun gesellten sich Teich- und Drosselrohrsänger hinzu. Die Rohrammern flitzten vor mir über die weiten Schilfflächen. Und quasi einen Meter vor mir kletterte einer eine Weile unbekümmert durch die Halme. Weit drüben an der Mole waren sogar zwei Silberreiher zu sehn. Und als Krönung fing auf einem nahen Busch in der Morgensonne eine Gartengrasmücke an zu singen. Was für ein schöner Moment. Natürlich waren auch noch ne Menge Möwen unterwegs. Welche es alles waren, konnte ich nicht genau sehen...daran übe ich noch.

 

So, es wurde schon langsam warm, Zeit, zu meinem zweiten Tagesziel, dem Naturschutzgebiet Grosses Moos zu ziehen. Noch ein letzter Blick auf die andere Seite. Ich wollte bloss schauen, ob ich den Drosselrohrsänger sehen würde. Ich sah ihn, aber dann noch ein weiteres Highlight: Da sass tatsächlich eine Zwergdommel im Schilf! Etwas anderes konnte es eigentlich gar nicht sein, so klein mit gelben langen Füssen, hellbeigem Gefieder. Ich staunte, bis sie nach ein paar Minuten in den anderen Schilfgürtel und damit aus meinem Sichtfeld flog. Was für schöne Momente. Ich genoss noch die Sichtung von Grünfinken und Stieglitzen, dann zog ich weiter. Der Radweg führte mich kreuz und quer durch die Felder, offenbar der Seeland-Gemüse-Radweg (oder so ähnlich). Nach schönen 20 Minuten gemütlichen Radelns stand ich am Weiher vom Grossen Moos. Dort entdeckte ich als Erstes ein Reh mit Kitz im Zuckerrübenfeld. Und gleich darauf hob ein kleiner Schwarm Kiebitze von einem Feld ab, um sich etwas weiter wieder niederzulassen. Cool! Ich schaute noch, ob ich nebst den Stockenten noch was sehen würde. Ein junges Teichhuhn, ein Blässhuhn, ein Teichrohrsänger. Etwas weiter in der Hecke rief eine Dorngrasmücke und hob später auch zu einem kurzen Singflug ab. Die Rauchschwalben fingen Mücken im seichten Teich, der Graureiher suchte geduldig den Gewässerrand ab. Und einmal mehr: Ich machte noch einen vermeintlich letzten Blick zum Schilf; und was war das? Ein Waldwasserläufer (denke ich mir)! Mega! Ich schaute ihm noch eine Weile zu, bis er in der Lücke im Schilf verschwand und versuchte auch hier, mir auf die weite Entfernung alles einzuprägen. Es ist echt nicht ganz einfach (zuhause in meinem Feriendomizil recherchierte ich noch, ob all die Merkmale auch passten). Auch die Goldammer und der Feldsperling waren gut zu sehen.

 

Dann wurde es aber definitiv zu heiss. Ich setzte mich aufs Rad und fuhr heimwärts. Unterwegs noch im Lidl kurz einkaufen - grauslig, alles war klebrig - daheim ab unter die Dusche. Ach ja: unterwegs sah ich noch eine Ringelnatter, die sich in Sicherheit brachte, einen Rotmilan, einen Turmfalken und Ringeltauben. Evt. noch einen Schwarzmilan und eine Hohltaube. Aber die waren so schnell und weit weg, dass ich sie nicht mit Sicherheit bestimmen konnte. Mal sehen, was der Ausflug morgen ins Fanel bereit halten wird. 

 

Den Rest des Tages verbrachte ich auch heute mit möglichst bewegungslosem Chillen im Schatten, duschen, trinken... - nach meinem verspäteten Frühstück. 



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