Heute gings etwas früher los. Die Nacht war zwar nicht so erholsam, aber dafür war es um 5 Uhr noch herrlich kühl. Ich kam um kurz nach halb sechs an. Unterwegs hatte ich bereits zwei Füchse auf Mäusesuche gesehen.
Ich packte kurz um und fuhr noch die ersten 100 Meter. Beim ersten Weiher wartete ich eine Weile, aber die Wildschweine kamen heute nicht. Auch die Nachtreiher waren nicht zu sehen. dafür waren Neuntöter, Goldammer, Kuckuck und Grünfink schon aktiv; Amsel und Kohlmeise sowieso. Auch der Buntspecht rief. Saatkrähen wuselten wie immer emsig herum, ein paar Graugänse suchten zetternd das Weite, der Schwan und der Graureiher auf dem Broye-Kanal nahmen es gelassen. Beim zweiten Weiher versuchte ich es nochmals. Und ich hatte Glück: Zwei Eisvögel sassen da und mindestens 4 Nachtreiher! Jetzt wurde es spannend. Sie trugen unterschiedliche Kleider, waren also verschiedenen Geschlechts und unterschiedlich alt. Ich beobachtete sie so lang als möglich und versuchte, mir alle Details einzuprägen.
Dann ging ich weiter. Ganz am Ende des Weges sah ich zwei weitere Füchse, möglicherweise ein Elterntier und ein Junges - sie waren allerdings beide sehr hell. Bald verschwanden sie im Gebüsch und ich spazierte zum Hide. Dort konnte ich zwei Rehe im Feld beim Äsen beobachten. Neben dem Hide sang wie schon beim letzten Mal der Drosselrohrsänger unermüdlich. Gleich auf der anderen Seite tat es ein Rohrschwirl ihm gleich. So schön, ihm so nah zusehen zu können. Ich konnte so in aller Ruhe die Federn bzw. die Besonderheiten der Federspitzen und ihre Form studieren. Die Rohrammern zwitscherten ebenso eifrig. Weit in der Ferne flog ein Schwarm Flussseeschwalben über dem Brutfloss. Ob die wohl aufgescheucht worden waren? Während ich so Umschau hielt, flogen wie auf Kommando gefühlt 3/4 der erwachsenen Kormorane auf und über den See - wohl zum Einkauf bzw. Fischen. Unterdessen hatte sich unbemerkt ein männlicher Nachtreiher niedergelassen. Ein wunderschönes Tier im Prachtkleid inkl. Schmuckfeder! Und dazu gesellte sich ein ebenso hübscher männlicher Eisvogel! So genoss ich die Zeit im schattigen Hide noch ein wenig. Aber ich wollte ja sehen, ob ich auf der anderen Seite noch was entdecken würde, bevor es zu heiss wurde. So schnappte ich mir mein Rad und fuhr zurück zum Bird Life Zentrum, stellte es ab und machte mich zu Fuss auf den Weg. Es war schon spürbar wärmer, um nicht zu sagen, schwül/heiss. Ich wollte mal sehen, wie es auf dem Weg zur Grande Cariçae so aussieht.
Begleitet vom Gesang von Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Gartenbaumläufer und Zaunkönig versuchte ich mein Glück. Allerdings führte der Weg durch dichtes über mannshohes Gebüsch, die Hitze staute sich. So kehrte ich nach ein paar hundert Metern um und lief durch den Wald wieder Richtung Molenende. Ich sah allerdings 'nur' einen Schwan mit Jungtieren; süss natürlich trotzdem. Auf der anderen Kanalseite hüpfte noch eine hübsche Bachstelze, im schattigen Schilf wuselten zwei Blässhühner. Mir aber wurde es definitiv zu heiss. Ich eilte zurück zum Restaurant und gönnte mir, wie am Donnerstag schon, einen Cappucchino und eine Apfelschorle. Danach ab aufs Rad und heimwärts.
Zuhause ein vespätetes Frühstück und dann nur noch chillen, trinken, kühlen, Tagebuch führen, duschen. Zum Zvieri holte ich mir am nahen Tankstellenshop ein Magnum, das erste dieses Jahr! Danach einfach durchhalten bis am Abend. Jede Bewegung in der Sonne wäre eine Bewegung zuviel.












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