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Kurzferien Gampelen, Tag 5; Heimreise


Heute Sonntag hiess es Abschied nehmen. Diese Nacht war echt die mühsamste. Es war die ganze Nacht schwül-heiss und entsprechend war ich früh wach; um 4.30 Uhr. Was solls, ich stand auf, machte den Rest parat, noch Zähne putzen und ab gings. Immerhin was es jetzt um kurz nach 5 Uhr angenehm kühl. Das sollte nicht so bleiben. Heute waren immerhin 36-37 Grad angesagt. Dies war auch der Grund, weshalb ich mir den Zug ab Biel-Liestal mit Sparticket gebucht hatte; zwar erst um 9.15 Uhr. Ich würde also extremst viel zu früh in Biel ankommen. Aber naja, ich wollte es ja gemütlich nehmen und man weiss ja nie, ob man unterwegs ne Panne hat. Eigentlich hätte ich auch direkt so fahren und dann in Biel ein Ticket lösen können. Sooo viel teurer wäre es wohl nicht geworden - dann hätte ich sogar den 7.21er-Zug schnappen können. Egal.

 

Ich fuhr also gemütlich los und hatte mich bereits ab den ersten 4 Kilometern leicht verfahren. Ich hatte die direkte Route geplant - also nicht explizit Gravel - und hatte im Halbdunkel ohne Brille wohl die Navigationsanzeige verändert. Sprich: Garmin gab mir nicht mehr an, wenn ich irgendwo "falsch" abbiegte. Aber da ich ja die allgemeine Richtung kannte, und eigentlich auch an der besagten Ecke abbiegen wollte, schaute ich kurz auf dem Handy nach. Ok, 500 Meter zurück und dann nach Gefühl. Zum Glück! Denn unterwegs sah ich a) einen Fuchs an einem Getreidefeldrand und fuhr durch Tschugg, ein wunderschönes Dorf; und konnte die aufgehende Sonne im Lichtspiel geniessen. Schon bald war ich wieder auf der vertrauten Strecke bei Vinelz, den Rest kannte ich ja bestens aus den vorherigen Fahrten. Hügel rauf und runter und schon kurz nach sieben war ich am Bahnhof Biel angekommen. Schon mal der erste Eindruck: Betrunkene hingen auf dem Bahnhofvorplatz rum, die Polizei war auch gut vertreten. So durchquerte ich den Bahnhof auf der Suche nach einem ruhigen Café auf der anderen Seite. Aber auch dort nur ein junge Leute mit Flaschen in den Händen. OK, dann wieder zurück zum Back-Café, welches ich beim Vorbeigehen gesehen hatte.

 

Die nette Dame meinte, sie öffnen zwar erst um 8 Uhr, aber sie würde mir sehr gerne einen Kaffee machen. Sooo cool und nett! Ich gönnte mir eine super leckere Schale und ein echt feines Laugen-Croissant. Sogar ein Glas kühles Wasser gabs dazu. Kurz darauf kam ein zweiter Gast und sie erzählte uns, dass die Polizei bereits im Grossaufgebot unterwegs gewesen sei. Während wir noch so da sassen, kam ein Notarztwagen und holte von irgendwo her eine junge Frau auf der Trage. Eine halbe Stunde später traf ein Team der Polizei mit Zivilfahrzeug ein und eilte in den Bahnhof hinein. Da war wirklich was los in Biel! Dann war wieder Ruhe. Ich hatte noch jede Menge Zeit, gönnte mir eine zweite Schale, gab mein Feedback ans AirBnB ab und genoss den noch einigermassen kühlen Morgen.

 

So nebenbei liess ich die vergangenen Tage und das Erlebte Revue passieren. Ich hatte die Ausflüge sehr genossen. Musste auf niemanden Rücksicht nehmen und hatte auch ein paar nette Gespräche mit der Gastgeberin, ihrem Partner und ihren fast erwachsenen Kindern. Ansonsten war es einigermassen "einsam", ausser den paar Gesprächen im La Sauge-Restaurant. Radfahrende waren kaum unterwegs, und wenn, dann grüssten sie nicht mal. Muss man nicht verstehen. Kurz vor 9 Uhr spazierte ich zum Perron und erstaunlicherweise traf der Zug eine Viertelstunde vor Abfahrt ein. Auch gut, dann konnte ich in aller Ruhe ein Plätzchen für mein Rad suchen. Was für ein Luxus. Es hatte sogar 4 Plätze und so angeordnet, dass man das Rad einigermassen vernünftig stellen konnte. Und: Der Zug war klimatisiert, sprich: angenehm kühl, ohne kalt zu sein.

 

So fuhr ich - alleine im Abteil - bis Solothurn. Ab dort gesellten sich noch zwei weitere Reisende hinzu. In Olten war Umsteigen angesagt. Man durfte gespannt sein. Tatsächlich wären die beiden Radplätze im Zug noch frei gewesen, aber netterweise hatten Reisende an diesen Stellen ihre zwei Koffer deponiert. Keine Chance für mein Rad. Sollte mir bloss kein Schaffner mit irgendeinem blöden Kommentar kommen. Kam auch keiner, denn bis Liestal wollte niemand mein Ticket sehen. Allerdings hätte ich schon gerne die 20-Minuten-Fahrt in einem Sitz und nicht auf der Treppe hockend (wegen des Rads) verbracht.

 

Pünktlich um 10.33 kam ich in Liestal an - hatte mich angesichts der Temperatur von knapp 30 Grad schon entschieden, mein Rad die Sichtern hochzuschieben. Und was für eine Überraschung: Roger hatte sich mir zuliebe in der Hitze auf den Weg gemacht, um mich abzuholen und mein staubiges Rad den Berg hoch zu schieben. So musste ich nur den schweren Rucksack tragen.

 

Es waren wirklich ein paar schöne Tage - gespickt mit schönen Erlebnissen, tollen Beobachtungen und auch Erkenntnissen bzw. "Learnings": Ich würde das nächste Mal wirklich nur das Fernglas in den Rucksack nehmen und alles andere (also v.a. Technik) bestmöglich reduzieren und so gut es geht, am Fahrrad unterbringen. Die Dinge, die ich dieses Mal (also Kleidung) zuviel mitgenommen hatte, würde ich auf einer allfälligen Herbsttour wieder mitnehmen. Immerhin wusste ich ja jetzt, dass die alle Platz hatten.



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